Wie man Ausbilder wird – der AdA Schein.

In Deutschland basiert die Berufsausbildung auf einem dualen System. Zum einen wird in der Schule durch Lehrkräfte ausgebildet, zum anderen erfolgt gleichzeitig die Ausbildung innerhalb des Betriebes. Für Letzteres werden im Betrieb Ausbilder benötigt, die eine entsprechende Qualifikation vorweisen müssen. Insgesamt gibt es etwa 350 in Deutschland anerkannte Berufsausbildungen, in denen ein Ausbilder eingesetzt werden kann.

Die Aufgaben des Ausbilders

Der Ausbilder ist innerhalb des Betriebes für die Vermittlung des praxisbezogenen Wissens verantwortlich. Dieses Wissen ist eng mit den Inhalten der Ausbildungsrahmenpläne gekoppelt, damit der Auszubildende gezielt und individuell auf die Prüfungen vorbereitet wird. Der Einsatz eines zertifizierten Ausbilders ist erst seit dem Ausbildungsjahr 09/10 gesetzlich vorgeschrieben. Diese Vorschrift wurde zuvor für einige Jahre ausgesetzt, um kleineren Betrieben die Ausbildung von Nachwuchskräften zu ermöglichen. Die Ausbildung zum Ausbilder gemäß der Ausbilder-Eignungsverordnung ist im gesamten Bundesgebiet einheitlich geregelt, weshalb der Ausbilderschein in ganz Deutschland anerkannt wird. Die gesamten Aufgaben des Ausbilders umfassen unter anderem die folgenden Punkt:
  • Kontrolle der Berichtshefte
  • Die Erstellung der Ausbildungspläne anhand der Ausbildungsrahmenpläne
  • Individuelle Unterstützung zum Erreichen der Lernerfolge
  • Motivation
  • Regelmäßige Bewertung der erbrachten Leistungen
  • Fristgerechte Anmeldungen zu den Prüfungen

Wege zum Ausbilder

Ein Ausbilder benötigt überdurchschnittlich gutes Fachwissen, um dem Lehrling sein Wissen sicher übermitteln zu können. Zusätzlich muss pädagogisches, rechtliches und auch organisatorisches Wissen erlangt werden. Bei der Industrie- und Handelskammer oder der Handwerkskammer kann dann mit dem Bestehen der Prüfung der Ausbilderschein erlangt werden. Das Innehaben des Ausbilderscheins ist aber noch nicht alleine ausreichend, um als Ausbilder tätig zu sein (Mehr Infos zum Ada Schein) . Es wird zusätzlich auch eine abgeschlossene Berufsausbildung und Berufserfahrung im entsprechenden Beruf benötigt. Den Ausbilderschein kann man somit auch schon während der eigenen Ausbildung erlangen. Ausschlussgründe für die Prüfung zum Ausbilder sind im §29 des Berufsausbildungsgesetzes festgehalten. Man ist nicht geeignet, wenn man Jugendliche nicht beschäftigen darf. Ebenso darf man nicht schwer oder mehrfach gegen das Gesetz verstoßen haben.

Die Ausbildung zum Ausbilder erfolgt an verschiedenen Institutionen, neben den zuständigen Kammern können dies auch Fernschulen und Volkshochschulen sein. Manche Lehrgänge sind hierbei auf bestimmte Berufsgruppen zugeschnitten. Vor der Anmeldung zu solch einem Kurs sollte man sich also informieren, ob der Inhalt zum erlernten Beruf passt. Je nachdem, ob man die Kurse in Vollzeit oder berufsbegleitend belegt kann die Weiterbildung bis zu 11 Monate in Anspruch nehmen. Inhaltlich werden dem Anwerber des Scheines bei den Kursen vier verschiedene Themenfelder vermittelt. Die Fragen lauten: Wie plane ich eine Ausbildung? Wie wird eine Ausbildung vorbereitet? Wie wird die Ausbildung zielgerichtet durchgeführt? Wie kann die Ausbildung abgeschlossen werden? Zudem wird auch auf die praktische Prüfung zum Ausbilder eingegangen.

Nach Beendigung des Kurses muss eine schriftliche und praktische Prüfung abgelegt werden. Die Prüfung dauert etwa drei Stunden und beinhaltet die vier oben genannten Themenfelder. Es werden Situationsaufgaben mit mehreren Antwortmöglichkeiten gestellt, aber auch schriftlich zu beantwortende Fragen. Bei der praktischen Prüfung muss anhand einer gestellten Situation das erlange Wissen richtig angewendet werden. Das Thema dieser Situation kann hierbei an den eigenen Beruf ausgerichtet werden.

 

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