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Bewerberboom an Stuttgarts Hochschulen

Die Universität Stuttgart und die Hochschule der Medien beteiligen sich schon jetzt am sogenannten Dialogorientierten Serviceverfahren (DOSV), bei dem Bewerbungen elektronisch eingereicht werden. Und gerade das führt zu einem echten Bewerbungsboom, denn die Zahl der Bewerbungen alleine an der Uni hat mit mehr als 37000 einen neuen Rekord erreicht.

Die 8361 Bewerbungen an der Hochschule für Medien stellen ebenfalls eine noch nie da gewesene Anzahl dar, weshalb die Landesregierung mit dem neuen System zufrieden ist und die ersten praktischen Erfahrungen damit positiv bewertet. Der Sinn des neuen Bewerbungssystems besteht in der Beschleunigung der Bearbeitung von Bewerbungen. Dafür ist das elektronische Einreichen von Bewerbungen vorgesehen. Dabei kann jeder Bewerber bis zu 12 Bewerbungen an Hochschulen, die an diesem Projekt teilnehmen, schicken. Zu diesem Zweck muss er einen Account einrichten, in dem er seine Daten angibt sowie Prioritäten, was das Studium an bestimmten Hochschulen und die Einstufung einzelner Studiengänge anbetrifft, setzt.
In dem Account kann der Bewerber den Status seiner Bewerbungen einsehen, die Veränderung seines Status sofort entdecken und die Prioritäten bei Bedarf sofort ändern. Das macht das gesamte Verfahren viel flexibler im Vergleich zum konventionellen Einreichen von papierenen Bewerbungen. Sobald der Bewerber einen positiven Bescheid bekommt und die Einladung ausdrücklich akzeptiert, werden alle anderen Bewerbungen automatisch gelöscht. Dabei muss eine Antwort auf eine Einladung bis zu einem festgesetzten Termin gegeben werden, sodass der Bewerber durch langes Schweigen keine Studienplätze blockieren kann. Das soll die Vergabe der Plätze an noch wirklich Interessierte beschleunigen und damit die Lage in den Fächern, in denen es den regionalen oder sogar nationalen Numerus Clausulus gibt, verbessern.

Doch in der Praxis zeigen sich bisher nicht nur Vor-, sondern auch die Nachteile des Systems. So sind bis zum jetzigen Zeitpunkt nur 18 der 33 Hochschulen des Bundeslandes Baden-Württemberg an das System DOSV angeschlossen. Deshalb kann man nicht ausschließen, dass jemand sich auch bei anderen Hochschulen, die zum System nicht gehören, bewirbt und dort freie Plätze blockiert, obwohl er vom DOSV bereits eine Einladung bekommen habe. Außerdem sind die Fristen, bis zu denen definitive Antworten auf Einladungen eingehen sollen, sehr großzügig gesetzt. Das alles bewirkte, dass Anfang September noch immer zahlreiche Plätze selbst in Studiengängen mit Numerus clausus nicht vergeben waren, obwohl die Zahl der Bewerbungen die der freien Plätze bei weitem übertraf.

Daher rechnet man damit, dass das Bewerbungsverfahren in diesem Jahr drei Wochen später als noch im Vorjahr abgeschlossen sein wird. Deshalb gehen selbst die Verfechter dieses Systems davon aus, dass es nur dann spürbare Vorteile bringen wird, wenn alle Hochschulen an das System angeschlossen werden. Dies soll schon im Jahre 2018 geschehen, weil auch diejenigen Hochschulen, die an das System noch nicht angeschlossen sind, die Vorteile des zentralen Systems erkannt haben. Deshalb sind sowohl die Urheber des neuartigen Projektes als auch seine derzeitigen Nutzer zuversichtlich, dass es trotz der anfänglichen Schwierigkeiten gute Aussichten hat, das Bewerbungssystem an den Hochschulen zu verbessern und zu beschleunigen.

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